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Einführung in das Handbuch
Im Vergleich zur unübersehbaren Fülle allgemeiner
Managementliteratur wurden Fragestellungen des Messemanagements
bisher überaus stiefmütterlich behandelt, obgleich das Messewesen
eine nicht zu verkennende gesamtwirtschaftliche Bedeutung erlangt
hat. Erst in den 90er Jahren ist eine zunehmende Anzahl an Monographien
zu verzeichnen, die sich mit ausgewählten Problemstellungen
des Messemanagements aus wissenschaftlicher und praxisbezogener
Sicht beschäftigen. Häufiger sind Kurzbeiträge in messespezifischen
Fachzeitschriften zu finden, die jedoch nur Ausschnitte des
Messemanagements vor dem Hintergrund tagesaktueller Schlagzeilen
oder Probleme im Messewesen beleuchten. Somit war es ein Anspruch
der Herausgeber des vorliegenden Handbuches, die zentralen Problemstellungen
des Messemanagements in einem gleichermaßen für Praxis sowie
Wissenschaft akzeptierten Bezugsrahmen zusammenhängend darzustellen.
Hierfür erweist sich eine entscheidungsorientierte Gesamtstruktur
besonders dienlich. Deshalb orientiert sich der Aufbau des Handbuches
Messemanagement und die Zuordnung der einzelnen Fachbeiträge
im Wesentlichen an der Strukturierung der zentralen Stufen eines
Managemententscheidungsprozesses.
Dabei kann das Messemanagement aus unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven
analysiert werden. Einerseits kann die Perspektive der Entscheidungsträger
von Messegesellschaften als Messeanbieter eingenommen werden,
die Messeveranstaltungen konzipieren, organisieren und durchführen.
Alle Beiträge, die sich aus dieser Perspektive mit messespezifischen
Fragestellungen beschäftigen, liefern den originären Kern des
Messemanagements von Messegesellschaften. Hierbei bildet die
Analyse der Ausgangssituation die Grundlage für die darauf aufbauenden
Entscheidungen über die festzulegenden Messeziele und Messestrategien.
Entscheidungen über die strategische Optionen definieren den
langfristigen Handlungsrahmen, an dem sich die Ziele und Umsetzung
einzelner Messeveranstaltungen orientiert. Die erfolgreiche
Planung und operative Umsetzung der Messeprojekte erfordert
vom Messemanagement die Implementierung geeigneter Organisationskonzepte
und die Gewinnung besonders qualifizierter Führungskräfte bzw.
Mitarbeiter. Schließlich ist ein systematischer Managementprozess
dadurch gekennzeichnet, dass mithilfe eines Controllings ein
Feedback über Zielerreichung und Anpassungsnotwendigkeiten realisierter
Messestrategien erfolgt.
Da Messegesellschaften auf allen Stufen eines Managementprozesses
mit einer Vielzahl von Stakeholdern und Servicepartnern in Beziehungen
treten, ist die Berücksichtigung der Sichtweisen dieser Zielgruppen
im Rahmen eines Handbuches zum Messemanagement ebenfalls unerlässlich.
Bei der Planung, Organisation und Umsetzung von Messen werden
auch auf der Seite der Messenachfrager mehr oder weniger komplexe
Managemententscheidungen getroffen, wobei es hierbei um die
Entscheidungen zur Beteiligung und zur Ausgestaltung eines Messeauftritts
handelt. In diesem Falle soll im folgenden vom Messebeteiligungsmanagement
gesprochen werden. Auf der Grundlage dieser entscheidungs- bzw.
managementorientierten Einordnung der messespezifischen Problemstellungen
entstand der in Abbildung 1 dargestellte Aufbau des Handbuches
Messemanagement. Im Folgenden wird ein Überblick zur Einordnung
der einzelnen Autorenbeiträge gegeben.
Abb. 1: Inhaltlicher Aufbau des Handbuches Messemanagement
Erster Teil: Grundlagen und Entwicklung des Messewesens
Die Beiträge in dem ersten Teil widmen sich den Grundlagen und
der Entwicklung des Messewesens. Zunächst liefert das erste
Kapitel einen historischen Einstieg in das Messewesen. Mit einem
geschichtlichen Rückblick kennzeichnet Volker Rodekamp die Entstehungsgeschichte
und Entwicklungspfade des Messewesens, das in Europa und insbesondere
in Deutschland seinen Ursprung fand. Der Beitrag von Kurt Schoop
bildet einen Brückenschlag von der Messehistorie zur Messegegenwart,
in der sich Fachmessekonzepte als führende Messeform herausgebildet
haben. Die Entwicklungen im Messewesen und das Verhalten von
Ausstellern und Besuchern ist immer auch ein Spiegelbild der
Rahmenbedingungen gewesen. Kurt F. Troll betont diesen Aspekt
bei der Kennzeichnung der neuzeitlichen Herausforderungen im
Messewesen.
Ausgehend von der historischen Einordnung des Messewesens beschäftigen
sich die Beiträge im zweiten Kapitel mit den Zielen und Funktionen
von Messen. In einem Grundlagenbeitrag kennzeichnet Manfred
Kirchgeorg zunächst Messen aus funktionaler und institutioneller
Sicht. Anhand von Messetypologien werden unterschiedliche Messeformen
eingeordnet, deren Konzepte im weiteren Verlauf des Handbuches
detailliert behandelt werden. Den besonderen Charakter der Messe
als Marketinginstrument der Live Communication diskutiert Christian
Brühe und der Stellenwert von Messen als Instrument des Regionen-
und Politikmarketing wird von Klaus E. Goehrmann herausgearbeitet.
Aus einer noch höheren Ebene betrachtet Bundeswirtschaftsminister
Wolfgang Clement Messen als Instrument der Wirtschafts- und
Außenpolitik. Auf die enge Vernetzung der Messewirtschaft mit
den Verbänden und Institutionen verschiedener Branchen geht
Hermann Kresse ein, während Manfred Busche die besondere Rolle
des Staates und der Wirtschaft als Träger und Gestalter des
Messewesens kennzeichnet. Messen übernehmen eine Reihe von gesamtwirtschaftlichen
Funktionen, die auch im Rahmen einer Effizienzbeurteilung des
Messewesens Berücksichtigung finden müssen. Deshalb werden die
mit Messen und Ausstellungen verbundenen Produktions- und Beschäftigungseffekte
in dem Beitrag von Uwe Täger und Horst Penzkofer analysiert.
Mit Blick auf den Tourismusstandort Deutschland würdigen Petra
Hedorfer und Norbert Tödter die Bedeutung des Messewesens.
Die Ausführungen in Kapitel drei beschäftigen sich mit den Infrastruktur-
und Standortvoraussetzungen im Messewesen. Wolfgang Tiefensee
erörtert das breite Spektrum an Infrastrukturvoraussetzungen,
die ein erfolgreicher Messestandort heute bieten muss. Spezifischer
auf die Planung und den Bau von neuen Messegeländen richten
sich zwei weitere Beiträge. Ulrich Bauer bringt mit seinem Beitrag
die Sichtweise der Messegesellschaften ein, während sich Reinhold
Barschel und Wilm Rüdiger Alef aus der Architektensicht mit
der Entwicklung von Messegeländen beschäftigen. Einen weiterführenden
Detaillierungsgrad hinsichtlich der Messeinfrastruktur liefert
Wilfried Moog, der aus Sicht einer Messegesellschaft Fragestellungen
des Facility Management im Messewesen aufgreift.
Im Mittelpunkt des vierten Kapitels stehen die Zukunftsentwicklungen
des Messewesens. Eingeleitet wird dieses Kapitel mit einem Beitrag
von Sepp D. Heckmann, der die wettbewerbsstrategischen Herausforderungen
und Konzentrationstendenzen im deutschen Messewesen beleuchtet.
Auch in der Zukunft werden Messegesellschaften mit ihren Messeveranstaltungen
eine wichtige Informations- und Kommunikationsdrehscheibe bieten
und Norbert Stoeck und Kurt Schraudy setzen sich mit veränderten
Anforderungen auseinander, denen Messegesellschaften als integrierte
Kommunikationsdienstleister gerecht werden müssen. Am Messestandort
Deutschland wie auch in anderen Ländern werden in zunehmendem
Maße Fragen laut, inwieweit öffentliche Messegesellschaften
durch eine Privatisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen
können. Mit grundsätzlichen Überlegungen und der Würdigung unterschiedlicher
Privatisierungsmodelle widmet sich Raimund Hosch dieser Fragestellung
und Michael von Zitzewitz beschreibt den Prozess einer Strukturanpassung
durch die Betriebsaufspaltung einer öffentlichen Messegesellschaft.
Anhand des Fallbeispiels vom Messeplatz Milano dokumentiert
Flavio Cattaneo den erfolgreichen Verlauf eines Privatisierungsprozesses
einer italienischen Messegesellschaft.
Zweiter Teil: Strategisches Management von Messegesellschaften
Die Grundlagen und Entwicklungsperspektiven des Messenwesens
bilden den Rahmen für das strategische Messemanagement einer
Messegesellschaft, dessen Ziele und Aufgaben im zweiten Teil
des Handbuches dargestellt werden. Die Schaffung von geeigneten
Informationsgrundlagen für das strategische Messemanagement
bildet den Ausgangspunkt im ersten Kapitel. Alex Ulrich setzt
sich mit den Fragestellungen und Instrumenten der Marktforschung
als Grundlage der strategischen Planung im Messewesen auseinander.
Danach folgenden Beiträge, die spezifische Analyse- und Marktforschungsinstrumente
behandeln. Hartmut Scheffler und Viola Riemann geben einen Überblick
über die vielfältigen Marktforschungsinstrumente zur Analyse
des Messemarktes. Lothar Müller-Hagedorn stellt die Einsatzmöglichkeiten
des Benchmarking für Messegesellschaften vor. Wie Marktforschungsinstrumente
für die Zielgruppe der Besucher und Aussteller eingesetzt werden
können, wird in zwei getrennten Beiträgen von Henry Puhe mit
Remco Schaumann und Hermann Fuchslocher dargestellt.
Die Informationsgrundlagen bilden die Basis für die Ableitung
von messespezifischen Zielen und strategischen Grundsatzentscheidungen.
Gerade bei sich wandelnden Umfeldbedingungen erlangt die Festlegung
von strategischen Leitorientierungen für das Messemanagement
einen besonderen Stellenwert. Werner M. Dornscheidt arbeitet
deshalb in seinem Beitrag zunächst die Bedeutung von Unternehmensleitbildern
als strategisches Steuerungsinstrument für Messegesellschaften
heraus. Als Dienstleistungsunternehmen spielt für die Messegesellschaften
die Verankerung der Kundenorientierung und die marktgerechte
Ausrichtung des Veranstaltungsportfolios eine wichtige Aufgabe,
die dem strategischen Messemarketing zugeordnet wird. Manfred
Kirchgeorg und Oliver Klante widmen sich dieser Problemstellung.
Welche Wettbewerbsstrategien für Messen von Bedeutung sein können,
diskutiert Regine Kalka. Inwieweit Qualitäts- und Kostenführerschaft
im Messewesen als wettbewerbsstrategischer Erfolgfaktor eingesetzt
werden können, erörtern Ditmar Aulich und Bernd A. Diederichs
in zwei weiteren Beiträgen. Der Erfolg von Messegesellschaften
wird in erheblichem Umfang davon bestimmt, inwieweit sie es
beherrschen, ein Beziehungsnetzwerk zu allen relevanten Multiplikatoren
des Messeumfeldes aufzubauen und zu pflegen. In diesem Zusammenhang
stellt Ulrich Esser PR- und Kommunikationsstrategien von Messegesellschaften
vor und Hans Werner Reinhard beschreibt, welche Besonderheiten
im Rahmen des Multiplikatorenmanagements für Messegesellschaften
zu beachten sind. Mit der institutionellen Einbindung von Experten
und Multiplikatoren in Messebeiräten beschäftigen sich Manfred
Kirchgeorg und Oliver Klante in ihrem Beitrag zum Beiratsmanagement.
Die einzelnen Messeveranstaltungen bilden die eigentlichen Produktleistungen
einer Messegesellschaft. Insofern gehören die Entscheidungen
über die Neuproduktentwicklung zu den wichtigsten Grundsatzentscheidungen,
mit denen sich das Messemanagement auseinandersetzen muss. Ausführungen
zu Produktentwicklungsstrategien finden sich im dritten Kapitel.
Zunächst führt Kurt Schraudy in einem Grundsatzbeitrag in die
Problemstellungen der Produktentwicklung von Messegesellschaften
ein und mit spezifischen Herausforderungen der Non-Space-Produkte
beschäftigt sich Jochen Witt und Urs Ingold beleuchtet die Entscheidungen
über Relaunches von Messeveranstaltungen. Dienstleistungen zeichnen
sich in hohem Maße durch Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften
aus, sodass Messemarken für die Zielgruppen eine wichtige Vertrauens-
und Orientierungsfunktion übernehmen. Marc Sasserath, Nina Daly
und Christiane Wenhart verdeutlichen in ihrem Beitrag, wie Markenpersönlichkeiten
für Messen entwickelt werden können und zwischen welchen markenstrategischen
Optionen das Messemanagement eine Auswahl treffen kann. Die
Beurteilung der Umsetzung von Dach- und Einzelmarkenstrategien
steht hingegen im Mittelpunkt der Ausführungen von Michael Peters
und Sabine Scharrer.
Im vierten Kapitel werden aus der Sicht von Messegesellschaften
die Problemstellungen der Bildung von Strategischen Allianzen,
Kooperationen und Netzwerken erörtert. In einem Grundlagenbeitrag
interpretiert Gerd Robertz das Messemanagement aus einer markt-,
ressourcen- und koalitionsorientierten Sicht. Er beschreibt
die differenzierten Stakeholder im Messewesen und gibt Anregungen
für die Pflege und Entwicklung von Messekoalitionen. Die komplexen
Ausgestaltungsmöglichkeiten von Dienstleistungsnetzwerken behandelt
Josef Rahmen aus Sicht der Messegesellschaften. Aufgrund von
Zielgruppenüberschneidungen ergeben sich auch zwischen dem Messe-
und Verlagswesen interessante Möglichkeiten für strategische
Kooperationen, die von Ernst A. Hestermann und Friedrich E.
Morawietz analysiert werden. Weiterführend verdeutlicht Werner
Dornscheidt, welche herausgehobene Bedeutung strategische Kooperationen
mit Verbänden für eine Messegesellschaft einnehmen. Die abschließenden
Ausführungen von Claus Rättich beschäftigen sich mit kooperativen
Lösungsansätzen zur Umsetzung von Cross-Selling-Konzepten im
Messewesen.
Wachstum können Messegesellschaften vielfach nur noch durch
eine konsequente Internationalisierung der Geschäftstätigkeit
erzielen. Alle zentralen Fragestellungen, die mit den Internationalisierungsstrategien
von Messegesellschaften in Verbindung stehen, werden im fünften
Kapitel aufgegriffen. Wilhelm Giese vermittelt eine grundsätzliche
Perspektive über Internationalisierungsstrategien deutscher
Messegesellschaften und Ernst Raue greift dann in seinem Beitrag
die Frage auf, welche Möglichkeiten und Grenzen der Übertragbarkeit
von Leitmessen auf Standorte im Ausland bestehen. Eine Beurteilung
von Erfolgsfaktoren der Internationalisierung von Messegesellschaften
nimmt Manfred Wutzlhofer vor. Die folgenden Beiträge beschäftigen
sich mit der Internationalisierung des Messegeschäftes auf bestimmten
Ländermärkten. Einen umfassenden Einblick in das Messewesen
von Russland vermittelt Bernd Jablonowski. Gerhard Gladitsch
setzt sich mit den Entwicklungen des Messewesens in den USA
auseinander und Wolfgang Schellkes erweitert die Betrachtung
durch einen Vergleich des Messewesens in den Triade-Märkten
Europa, USA und Asien. Hieran schließen sich spezifische Betrachtungen
zu den Messestrategien auf den Wachstumsmärkten in Asien an.
Joachim Erwin beschäftigt sich mit Markteintrittsstrategien
im chinesischen Messemarkt und Thomas Khoo nimmt eine vergleichende
Analyse der Messeplätze in verschiedenen asiatischen Ländern
vor. Den Abschluss der Auseinandersetzung mit Internationalisierungsstrategien
bilden die Ausführungen von Clemens Schütte, der den strategischen
Dialog als Steuerungsinstrument im internationalen Beteiligungsmanagement
von Messegesellschaften propagiert.
Dritter Teil: Operatives Management von Messegesellschaften
Die Ausführungen zum strategischen Messemanagement bilden den
übergeordneten Handlungsrahmen, den es mithilfe konkreter Maßnahmen
und Organisationskonzepte umzusetzen gilt. Diese Betrachtungen
zum operativen Messemanagement erfolgen im dritten Teil des
Handbuches. Im Mittelpunkt des ersten Kapitels steht die Planung
und Umsetzung von Messenprojekten bzw. Messeveranstaltungen.
Walter Hufnagel verdeutlicht in seinem Beitrag, dass ein effizientes
Projekt- und Prozessmanagement ein zentraler Erfolgsfaktor des
Messemanagements ist. Wie die Planung und Umsetzung sowohl des
strategischen wie auch es operativen Messemanagements mithilfe
von Informationssystemen unterstützt werden kann, kennzeichnet
Silvana Kürschner. Ihre Ausführungen unterstreichen, dass bei
der Vielzahl von Messeprojekten der prozessunterstützende Einsatz
von modernen Informationstechnologien für alle Messegesellschaften
ein wichtiger Wettbewerbsfaktor geworden ist. Gezielt werden
in weiteren Beiträgen besondere Fragen der erfolgreichen Umsetzung
von Messekonzepten behandelt. Norbert Stoeck stellt das breite
Spektrum von Instrumenten der Ausstellerakquisition vor und
Ulrich Kromer von Baerle und Bernhard Müller beschäftigen sich
mit den Instrumenten der Besucherakquisition. Ein wesentliches
Marketinginstrument der Messegesellschaften ist die Preis- und
Konditionengestaltung. Dieser Problemstellung widmet sich Anna
Holzner in ihrem Beitrag. Moderne Informationstechnologien werden
im Rahmen des Messemanagement nicht nur für die innengerichtete
Kommunikation eingesetzt, sondern auch für die zielgerichtete
Außenkommunikation mit Aussteller- und Besucherzielgruppen.
Ulrich Kromer von Baerle zeigt in diesem Zusammenhang die Einsatzmöglichkeiten
des Internets als Kommunikations- und Vertriebsinstrument auf.
Oliver P. Kuhrt und Denis Steker vertiefen diese Betrachtung
durch die Vorstellung von verschiedenen virtuellen Services
zur Unterstützung der Ausstellerbeziehungen.
In enger Verbindung mit der Planung und Umsetzung von Messeveranstaltungen
steht auch die von Gerhard Griebler erörterte Problematik der
Integration von Incoming Services. Eine erweiterte Betrachtung
hinsichtlich der Ausgestaltung von Aussteller- und Besucherservices
nimmt Klaus Bühnert vor, der den Mehrwert von Veranstaltungskombinationen
für Messen diskutiert. Vertiefungen zu einzelnen Servicebereichen
und Servicedienstleistungen erfolgen weiterführend im vierten
Teil des Handbuches Messemanagement. Bei der Umsetzung der Messeprojekte
ist auch die Nachmessephase zu berücksichtigen, um eine langfristige
Aussteller- und Besucherbindung realisieren zu können. Norbert
Stoeck und Dirk Weiss geben hierfür entsprechende Hilfestellungen,
in dem sie Möglichkeiten des Customer Relationship Management
(CRM) in der Nachmessephase diskutieren.
Die zielorientierte Steuerung und Kontrolle der Messeprojekte
bzw. Messeveranstaltungen ist nur durch ein systematisches Controlling
auf der Veranstaltungs- wie auch auf der Gesamtunternehmensebene
zu gewährleisten. Im zweiten Kapitel nehmen deshalb Gerhard
Gerritzen mit Markus Marschalek sowie Matthias Rose mit zwei
Beiträgen zu den Zielen und Instrumenten des Messe-Controllings
Stellung. Messegesellschaften stehen als Dienstleistungsunternehmen
vor der besonderen Herausforderungen, für die Vielzahl von Messeveranstaltungen
ein hohes Maß an Servicequalität sicherzustellen. Dementsprechend
präsentieren Manfred Bruhn und Karsten Hadwich ein umfassendes
Konzept zur Steuerung und Kontrolle der Servicequalität von
Messen.
Organisatorische und personelle Entscheidungsprobleme des Messemanagements
werden im dritten Kapitel betrachtet. Michael Degen hebt zunächst
die Besonderheiten der Aufbau- und Ablauforganisation von Messegesellschaften
hervor. Das Angebot von Messen ist in hohem Maße mit der Erbringung
von persönlichen Dienstleistungen verbunden, sodass der Mitarbeiterqualifikation
im Messemanagement eine herausragende Rolle zukommt. In diesem
Zusammenhang beschäftigt sich Peter Neven mit Aus- und Weiterbildungskonzepten
für die Messe- und Kongresswirtschaft und Rolf Weber erörtert
Ziele, Inhalte und Probleme der Personalentwicklung im Messewesen.
Günther Heger schließt die Betrachtungen dieses Kapitels mit
spezifischen Ausführungen zur Schulung und zum Coaching von
Standpersonal ab. Dieser Beitrag stellt auch Bezüge zum Messebeteiligungsengagement
von Ausstellern her.
Vierter Teil: Event-, Kongress- und Servicemanagement von
Messegesellschaften
Angesichts der zunehmenden Wettbewerbsintensität im Messewesen
ist eine kontinuierliche Ausweitung von messebegleitenden Services,
Kongressen und Events zu beobachten. Vor diesem Hintergrund
stellt das Event-, Kongress- und Servicemanagement vielfach
einen integralen Bestandteil des Managements einer Messegesellschaft
dar. Der vierte Teil ist deshalb diesem Themenkomplex gewidmet.
Zum messebegleitenden Kongressmanagement nehmen die drei Beiträge
von Karla Henschel und Ralf G. Kleinhenz mit Wolfram D. Swoboda
sowie André Kaldenhoff mit Klaus Beckmann Stellung. Weitere
drei Beiträge beschäftigen sich mit dem Eventcharakter von Messeveranstaltungen
und Weltausstellungen, die auch als Mega-Events eine Einordnung
erfahren. Das vielfältige Spektrum von Mega-Events wird von
Werner M. Dornscheidt, Claus Groth und Hans Werner Reinhard
aufgezeigt. Vertiefende Ausführungen nimmt Norbert Bargmann
zum Mega-Event Weltausstellung vor, wobei er die EXPO 2000 in
den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellt. Der Fragestellung
der Bewertung von Messeevents geht Cornelia Zanger nach. Weitere
Perspektiven schließen sich zur Messegastronomie und zu Servicedienstleistern
aus dem Standbau und Agenturbereich an. Klaus-Peter Suhling
behandelt die Messegastronomie aus der Sicht der Messebesucher,
der Messegesellschaft und der Sicht der Gastronomiedienstleister
und definiert einen umfassenden Anforderungskatalog für das
Messegastronomiemanagement.
Johannes Milla und Martin Buhl-Wagner mit Ines Schick-Okesson
definieren in ihren Beiträgen Anforderungen für den modernen
Messestandbau und sie zeigen neue Entwicklungsperspektiven für
die Branche auf. Abgerundet wird diese Betrachtung durch eine
interessante Analyse von Jörg Meurer und Bülent Ayar, die einen
Überblick zur Marktstruktur und zu Entwicklungstrends im Bereich
der sogenannten Live Communication-Agenturen geben, die sowohl
für Messegesellschaften und Aussteller als Kommuikationsdienstleister
tätig sind.
Fünfter Teil: Messemanagement von Ausstellern und Besuchern
Während in den Teilen zwei bis vier primär das Messemanagement
aus der Sicht von Messegesellschaften betrachtet wurde, so wechselt
die Perspektive im fünften Teil auf die Aussteller- und Besucherseite.
Im Mittelpunkt der Beiträge steht die Behandlung von Fragestellungen
des Messebeteiligungsmanagements. Einen Überblicksbeitrag zu
Zielen und Nutzen der Messebeteiligung von Ausstellern und Besuchern
liefert Heribert Meffert. Er arbeitet die zentralen Ziele und
Nutzenkriterien für die Messebeteiligung heraus und strukturiert
den Prozess der Messebeteiligung. Ein besonderer Augenmerk sollte
bei der Messebeteiligung nicht nur auf der eigentlichen Messeveranstaltung
liegen, sondern insbesondere auf ihrer sorgfältigen Vor- und
Nachbereitung. Axel W. Zundler und Marco Tesche gehen in ihrem
Beitrag auf diese Problemstellung unter Berücksichtigung unterschiedlicher
Messetypen ausführlich ein. Seven M. Prüser setzt sich mit der
Messe als Networking-Plattform auseinander und betont dabei,
dass Aussteller die Messen zum Aufbau von Kommunikationsnetzwerken
in idealer Weise einsetzen können. An diesen grundsätzlichen
Ausführungen schließen sich verschiedene Branchenbeispiele an,
in denen Experten über die Ziele, Ausgestaltungsformen und Erfolgsfaktoren
des Messebeteiligungsmanagements berichten. Aus der Perspektive
der Automobilindustrie eröffnen Rainer Landwehr und Martin Koers
sowie Michael Bock interessante Einblicke in konzeptionelle
und umsetzungsbezogene Fragestellungen des Messebeteiligungsmanagements.
Als Vertreter der Investitionsgüterbranche berichten Holger
Reichardt und Stefanie Jensen über den Einsatz von Messen als
Instrument der Markenführung. Aus dem Blickwinkel des Softwareherstellers
Microsoft beschäftigen sich die Ausführungen von Hans Stettmeier
mit den Zielen und Nutzen von Messebeteiligungen. Über die besonderen
Anforderungen der Bekleidungs-, Sport- und Schuhindustrie an
die Messen der Zukunft berichtet Hermann Fuchslocher auf der
Grundlage einer Studie, die bei 2000 Outfitanbietern durchgeführt
wurde. Abschließend werden Möglichkeiten der staatlichen Förderung
eines Messebeteilungsengagement von kleinen und mittelständischen
Unternehmen im Ausland durch Rüdiger Kreienkamp-Rabe erörtert.
Die Herausgeber hoffen, dass der Aufbau der einzelnen Teile
des Handbuches einen systematischen Einblick in die zentralen
Problemstellungen des Messemanagements gewährt. Ebenso soll
der Handbuchcharakter den Quereinstieg zu spezifischen Themen
ermöglichen und hierzu steht dem Leser ein umfassendes Stichwortverzeichnis
zur Verfügung.
Jedem Leser des Handbuches sei die Lektüre des Aufsatzes von
Schüler Moritz Messer empfohlen. Vor über 30 Jahren schrieb
er seinen Aufsatz zum "Wesen der Messe" und und musste sich
der strengen Korrektur seines Klassenlehrers stellen. Vertraut
man den Meinungen der einschlägigen Messeexperten, so scheint
Moritz Messer mehr über das wahre Messewesen zu verstehen, als
es der Lehrer zu würdigen weiß. Hierüber sollte sich jedoch
jeder Leser nach der amüsanten Lektüre des Aufsatzheftes selbst
ein Urteil bilden.
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